Praxisnah, flexibel und mit viel Teamgeist

An der Aue | 21.03.2023 | Am 21. März 2026 stand für acht Auszubildende aus den Feuerwehren der Samtgemeinde Nenndorf etwas Besonderes auf dem Programm. Als eine der vier beteiligten Wehren hatten wir die Ehre, die Module 7.0 und 9.2 der modularen Grundausbildung bei uns auszurichten. Mit viel Spaß, realistischen Szenarien und hervorragender Zusammenarbeit ging es an diesem Tag darum, die Einsatzfähigkeit unter realitätsnahen Bedingungen zu trainieren.

Modernisierung der Feuerwehrausbildung in Niedersachsen

Seit 2024 hat sich die Ausbildung in den Freiwilligen Feuerwehren in Niedersachsen grundlegend gewandelt. Die frühere Truppmann-Ausbildung wurde durch das neue, modernisierte System der Qualifikationsstufen (QS) abgelöst. Ziel dieser Reform ist es, die Ausbildung ehrenamtsfreundlicher, flexibler und praxisnäher zu gestalten.

Die Grundausbildung, oft auch als Modulare Grundlagenausbildung bezeichnet, ist nun in verschiedene Module unterteilt, die aufeinander aufbauen. Sie gliedert sich in die Qualifikationsstufen 1 bis 3, wobei die QS 1 und QS 2 die Basis für den aktiven Einsatzdienst bilden. Der große Vorteil: Die Inhalte werden nicht nur theoretisch vermittelt, sondern in vielen kleinen, realitätsnahen Szenarien geübt, die genau auf die Anforderungen im Einsatzalltag zugeschnitten sind.

Unser Ausbildungstag in der Samtgemeinde Nenndorf: Praxis vom Feinsten

Genau dieser praxisnahe Ansatz stand auch bei unserer jüngsten Ausbildung am 21. März 2026 im Vordergrund. Wir – als eine der vier Feuerwehren der Samtgemeinde Nenndorf – hatten die Organisation und Durchführung übernommen. Dafür trafen sich 8 motivierte Auszubildende aus insgesamt 4 verschiedenen Feuerwehren bei uns, um an zwei zentralen Modulen zu arbeiten:

  • Modul 7.0 – Rettung: In diesem Modul dreht sich alles um die schonende und schnelle Rettung von Personen aus Notlagen. Es wurden verschiedene Techniken der Rettung erlernt und vertieft.
  • Modul 9.2 – Technische Hilfeleistung: Hier stand die Arbeit mit einfachem technischen Hilfsgerät und die Bewältigung von Notlagen im Fokus. Die Auszubildenden lernten den sicheren Umgang mit den Geräten und das systematische Vorgehen an der Einsatzstelle.

Vielfältige Einsatzszenarien für maximalen Lerneffekt

Damit die Ausbildung nicht nur lehrreich, sondern auch möglichst realitätsnah war, hatten wir eine Vielzahl kleinerer Einsatzszenarien vorbereitet, die den Auszubildenden alles abverlangten. Ziel war es, die Teilnehmer mit unterschiedlichsten Lagekonstellationen vertraut zu machen und ihnen die Möglichkeit zu geben, das Gelernte unter realistischen Bedingungen anzuwenden.

Beispiele für die durchgeführten Szenarien waren unter anderem:

  • Tragehilfe mit Hindernissen: In einem engen Treppenhaus galt es, eine verletzte Person schonend und sicher mit einer Trage, Spineboard oder Tragetuch zu transportieren. Hier kam es auf präzise Kommunikation, Körperbeherrschung und das richtige Zusammenspiel im Team an – denn auf engem Raum zählt jeder Handgriff.
  • Rettung über die Leiter aus dem 1. Obergeschoss: Ein klassisches Szenario, das in der Realität immer wieder vorkommt: Eine Person befindet sich im 1. Obergeschoss und kann den Treppenraum nicht nutzen. Die Auszubildenden erprobten die sichere Rettung über eine Steckleiter – vom Anlegen der Leiter bis zur kontrollierten Verbringung der zu rettenden Person.
  • Technische Hilfeleistung im Lager: In einem Lager war eine Person von einem schweren Rollcontainer eingeklemmt worden. Mit einfachen technischen Hilfsgeräten – wie Hebelwerkzeugen und Unterbaumaterial – mussten die Auszubildenden die Person befreien. Hier zeigte sich, wie wichtig das richtige Einschätzen von Kräften, die Sicherung der Last und ein ruhiges, überlegtes Vorgehen sind.

Diese Auswahl gibt einen kleinen Einblick in die Bandbreite der Übungen, die an diesem Tag absolviert wurden. Jedes Szenario war bewusst anders aufgebaut, um die Auszubildenden mit den unterschiedlichsten Herausforderungen des Einsatzalltags vertraut zu machen.

Ausbildung auf Samtgemeindeebene: Gemeinsam stärker

Die Durchführung auf Samtgemeindeebene bot auch diesmal einen entscheidenden Vorteil: Die Teilnehmer aus den verschiedenen Ortswehren arbeiteten frühzeitig zusammen, lernten sich kennen und profitierten vom Fachwissen der Ausbilder aus dem gesamten Samtgemeindegebiet. Diese interkommunale Zusammenarbeit stärkt nicht nur den Zusammenhalt, sondern bildet auch eine wichtige Basis für den Ernstfall, wenn es bei größeren Schadenslagen auf ein eingespieltes Miteinander ankommt.

Ein Tag, der Spaß gemacht hat

Trotz der konzentrierten Arbeit kam der Spaß an diesem Tag keineswegs zu kurz. Die motivierten Auszubildenden gingen mit Begeisterung bei den Szenarien mit, und auch die Ausbilder hatten sichtlich Freude daran, ihr Wissen weiterzugeben. Wenn am Ende eines anstrengenden Tages alle zufrieden auf die gemeinsamen Übungen zurückblicken, ist das der beste Beweis dafür, dass die neue Ausbildungsform funktioniert.

Ein herzliches Dankeschön

Ein großer Dank geht an dieser Stelle an unsere Ausbilderinnen und Ausbilder, die ihre Freizeit opfern, um den Nachwuchs fachkundig zu schulen. Ebenso danken wir den weiteren drei beteiligten Feuerwehren der Samtgemeinde Nenndorf für die gute Zusammenarbeit und die motivierten Teilnehmer. Nur durch dieses Engagement ist eine so hochwertige und praxisnahe Ausbildung möglich.

Fazit: Gut ausgebildet für die Zukunft

Die modulare Grundausbildung in Niedersachsen ist ein zukunftsweisendes Modell. Sie macht den Einstieg in die Feuerwehr attraktiver und sorgt dafür, dass neue Einsatzkräfte schnell und sicher auf die vielfältigen Aufgaben vorbereitet werden.

Für uns als ausrichtende Feuerwehr in der Samtgemeinde Nenndorf im Landkreis Schaumburg war der Ausbildungstag am 21. März ein voller Erfolg. Wir freuen uns, dass wir gemeinsam mit den drei weiteren Wehren einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit in unserer Region leisten können.

Interessiert? Wenn auch du Teil dieser starken Gemeinschaft werden möchtest, sprich einfach deine örtliche Feuerwehr an – oder komm direkt bei uns vorbei. Wir freuen uns über jedes neue Mitglied, das mit anpacken möchte!

Text und Foto: Philipp Daus

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